Sommerferien-Leseclub: Fazit und Ausblick

Sommerferien LeseclubDer Sommerferien-Leseclub (SLC) fand bereits zum 3. Mal in der Neuen Stadtbücherei Augsburg statt. Seit 2011 beteiligt sich auch die Stadtteibücherei Göggingen, seit diesem Jahr zusätzlich die Stadtteilbücherei in Haunstetten. Bayernweit bieten mehr als 120 Büchereien den Sommerferien-Leseclub an, der von der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen konzipiert und vom Bayerischen Bibliotheksverband e.V. unterstützt wird. Deutschlandweit wird der Sommerferien-Leseclub in 10 Bundesländern angeboten, 2011 haben sich über 600 Büchereien beteiligt und es wurden ca. 77.000 Teilnehmer gezählt.

Das erste und wichtigste Anliegen des SLC ist, den Spaß am Lesen zu wecken. Aber auch die Heranführung an die Bücherei und die Vorbeugung des Leseknicks im Jugendalter. Daher die Konzipierung für die Klassen 5-8.

Um besonders die Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen zum Lesen zu motivieren, kooperieren die Augsburger Stadt(teil-)büchereien mit den Mittelschulen St. Georg, Friedrich-Ebert und Albert-Einstein. Die Schüler wurden im Vorfeld in die Stadtbücherei zu einem „Book Slam“ eingeladen, der von den Jugendlichen des Jugendbuchclubs vorgeführt wurde.

Die Schüler dieser drei Schulen genießen außerdem einen besonderen Vorteil: diejenigen, die mindestens 3 Bücher gelesen haben und dafür eine Urkunde bekommen, dürfen diese Urkunde im neuen Schuljahr einmalig als Hausaufgabenjoker einsetzen.

Zwar hat diese Kooperation eine Steigerung der Teilnehmerzahlen von diesen Mittelschulen im Vergleich zu anderen Mittelschulen zur Folge, jedoch sind die Mehrheit der Teilnehmer am SLC Schüler an höheren Schulen: ca. die Hälfte der Teilnehmer sind am Gymnasium.

Dies zeigt, dass der Sommerferien-Leseclub auf große Resonanz bei den Schülern stößt, im Bereich der Gesamtschulen aber eine bessere Vernetzung mit dem Schulsystem vonnöten wäre, um die Schüler noch mehr zu motivieren.

Ebenfalls bestätigt sich die Vermutung, dass mehr Mädchen als Jungen am Leseclub teilnehmen.

Wie im vorigen Jahr stagniert die Zahl der männlichen Clubmitglieder bei ca. 75 Teilnehmern, was ca. 1/3 der Clubmitglieder ausmacht. Für die Jungen ist erfahrungsgemäß der Wettbewerbsanreiz ein nicht zu verachtender Antrieb zur Teilnahme. Auch die Preise, die verlost werden, kann ein ausschlaggebender Faktor sein.

Das gesetzte Ziel, mehr Schüler der 7./8. Klassenstufe mit dem Angebot zu erreichen, hat auch in diesem Jahr wieder funktioniert, immerhin machen diese ca. 40% der Teilnehmer aus. Der Großteil der Clubmitglieder sind allerdings die 5.-Klässler, die erfahrungsgemäß die größte Motivation zur Teilnahme haben.

Bis Anfang September wurden allein in der Zentrale bereits fast 1200 Bücher ausgeliehen. Bei einer Auswahl von ca. 600 Büchern bedeutet dies, dass in den 6 Wochen Sommerferien im Durchschnitt jedes Buch zweimal ausgeliehen wurde.

Fazit:

  1. Wir können durch den Sommerferien-Leseclub einen Beitrag dazu leisten, die Lesefähigkeit der Kinder zu stabilisieren.
  2. Wir möchten die freiwillige Buchlektüre und die selbstbestimmte Auswahl des Lesetitels fördern.
  3. Wir verbessern Kommunikation mit den Jugendlichen, sie sollen erfahren, dass ihre Meinung zählt und darauf Wert gelegt wird.
  4. Die Motivation der Mittelschüler und auch der Jungs gilt es noch mehr zu fördern, z.B. auch in der Lektüreauswahl, der Auswahl der Preise und der „Werbung“ im Vorfeld.
  5. Wir setzen die Kooperation mit den Schulen fort; um sie auszuweiten wären 1-2 weitere Kooperationsschulen denkbar, die in der Vor- und Nachbereitung einbezogen werden könnten.

Artikel von Annette Högg, Kinder- und Jugendbücherei der Stadtbücherei

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