Das Bibliothekskonzept für Augsburg

Mehr als 520.000 Bürgerinnen und Bürger besuchen jedes Jahr die Stadtbücherei, sie ist damit die meistbesuchte Kultur- und Bildungseinrichtung der Stadt Augsburg. Doch ist sie richtig aufgestellt für die Herausforderungen unserer Stadt und deren Bewohner? Warum kommen die vielen Leute in die Stadtbücherei – und warum bleiben soviele Menschen ihr fern? Wie muss ein zeitgemäßes Bibliothekskonzept aussehen? Diese Fragen wurden in mehreren Workshops – geleitet von Meinhard Motzko – zusammen mit den Mitarbeitern der Stadtbücherei erarbeitet (wir berichteten).

Der Bremer Motzko berät und moderiert als Diplom-Sozialwissenschaftler und Qualitätsmanagement- Auditor (TÜV) Bibliotheken im ganzen deutschsprachigen Raum und erarbeitet Nutzungskonzeopte, die für die jeweiligen Städte zugeschnitten sind. Nun liegt das Konzept vor.

Damit sich die Stadtbücherei noch stärker auf die gesellschaftlichen Herausforderungen einstellen und hinreichend reagieren kann, benötigt sie eine aktuelle politische Legitimation. Die in diesem Bibliothekskonzept festgelegten Aufgaben, Zielgruppen und Maßnahmen versteht die Stadtbücherei als politischen Auftrag.

Bibliotheken sind keine Luxus-Einrichtungen, keine „Medienlager“ und weit mehr als reine kulturelle Einrichtungen. Schon lange hat sich die Neue Stadtbücherei den besonderen gesellschaftlichen Problemlagen, insbesondere im Bereich Bildung und Erziehung zugewandt und fungiert so in ihrer Kommune auch als „Problemlöser“ u. a. zu folgenden gesellschaftlichen Herausforderungen:

  1. Globalisierung und Innovationsorientierung
  2. PISA und die Folgen
  3. Frühkindliche sprachliche Bildung
  4. Lebenslanges Lernen
  5. Familienförderung
  6. Demografischer Wandel
  7. Gewaltbereitschaft, soziale Kontakte und soziale Integration
  8. Digitale Spaltung

Nach einer Sammlung aller möglichen und sinnvollen Problemlösungsbereiche einigten
sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbücherei auf folgendes Ranking:

  1. Leseförderung und sprachliche Bildung als Schlüsselqualifikation für
  2. Bildung
  3. Beiträge zur Erhöhung der Chancengleichheit und Zugänge erleichtern
  4. Lebenslanges Lernen in Beruf, Alltag und Familie erleichtern
  5. Medienkompetenz ausbilden
  6. Freien Zugang zu Informationen aller Art ermöglichen (Grundgesetz, Art. 5)

In der umfangfreichen Analyse wird nicht nur auf die Stadtteile, die Stadtteilbibliotheken und natürlich die Zentrale eingegangen, sondern auch viele Vorschläge eingebracht.

Das Konzept soll den Mitarbeitern der Stadtbücherei als Arbeitsgrundlage dienen und soll dazu beitragen, die inhaltliche Ausrichtung für Bürger und Stadtrat transparent und verbindlich zu gestalten.

Die erfolgreiche Umsetzung des Bibliothekskonzeptes erfordert sowohl Planungssicherheit als auch eine angemessene und an den Zielen und Aufgaben orientierte personelle und finanzielle Ausstattung für die Stadtbücherei. Das Konzept ist für einen Zeitraum von 5 Jahren angelegt. Es soll regelmäßig überprüft und an Veränderungen angepasst werden.

Fazit: Eine lesenswerte Lektüre!

Das Bibliothekskonzept wurde zur Hälfte von den Freunden der Neuen Stadtbücherei finanziert. Das Konzept können Sie hier herunterladen: Bibliothekskonzept 3.10.2013 (1,37MB).

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